Wenn Gefühle zur Falle werden

Liebesbetrug, Investment-Scams und ihre Folgen.

Beziehungbasierte Investmentbetrügereien (relationship investment scams) stellen eine wachsende Bedrohung für Anleger weltweit dar. Die weltweiten Verluste werden auf mehrere zehn Milliarden Euro geschätzt, wobei viele Fälle wahrscheinlich nicht gemeldet werden.

Diese Betrugsformen, auch bekannt als Liebesbetrug, beruhen auf der Ausnutzung von Vertrauen, Emotionen und der Verletzlichkeit der Opfer.

Funktionsweise der Betrugsmasche

Betrüger nehmen meist über Dating-Apps (Tinder, Bumble), soziale Netzwerke (Instagram, Facebook, LinkedIn) oder Messenger-Dienste (WhatsApp, Telegram) Kontakt auf.

Sie bauen langsam eine Beziehung auf, die romantisch oder freundschaftlich wirken kann. Dabei kommunizieren sie häufig, senden Geschenke oder schmeicheln den Opfern. Persönliche Treffen werden meist vermieden, oft mit glaubwürdigen Ausreden. In manchen Fällen setzen die Betrüger sogar künstliche Intelligenz ein, um Videoanrufe oder Profile zu fälschen.

Wenn Vertrauen aufgebaut ist, bieten die Täter scheinbare Investitionsmöglichkeiten an, häufig in Kryptowährungen, Devisen oder Edelmetallen. Das Opfer wird auf eine betrügerische Plattform geleitet, die fiktive Gewinne anzeigt, um zu immer höheren Investitionen zu verleiten.

Folgen für Betroffene

Opfer tätigen oft mehrere aufeinanderfolgende Investitionen mit steigenden Beträgen. Manche werden dazu gedrängt, Kredite oder Darlehen aufzunehmen, um weiter zu investieren. Diese Betrugsmaschen können erhebliche finanzielle Verluste sowie starke psychologische und emotionale Belastungen verursachen.

Die Täter agieren häufig in internationalen kriminellen Netzwerken, die moderne Technologien und psychologische Tricks einsetzen, um Vertrauen zu gewinnen und Geld zu stehlen.

So schützen Sie sich

  • Antworten Sie nicht auf Nachrichten unbekannter Absender.
  • Überweisen Sie niemals Geld an Personen, die Sie nur online kennen.
  • Überprüfen Sie die Identität neuer Kontakte, da Profile und Inhalte online leicht gefälscht werden können.
  • Seien Sie vorsichtig bei Angeboten mit hohen oder schnellen Renditen.
  • Investieren Sie nur bei von Behörden genehmigten Institutionen.
  • Informieren Sie sich umfassend über Produkte, bevor Sie investieren.
  • Konsultieren Sie vor Investitionen einen registrierten Finanzberater.

Nach einem Betrugsversuch

Opfer werden häufig erneut kontaktiert, etwa durch angebliche Hilfsangebote zur Rückgewinnung von Geldern oder für Aktivitäten die dem Geldwäschegesetz unterliegen. Verdächtige Kontakte und Plattformen sollten unverzüglich den zuständigen Behörden oder den betroffenen Plattformen gemeldet werden. Die Chance auf eine Rückzahlung verlorener Gelder ist gering, insbesondere wenn die Beträge bereits in Kryptowährungen umgewandelt und ins Ausland transferiert wurden.