GREENWASHING

Vorsicht: Nicht alles was als nachhaltig dargestellt wird, ist tatsächlich auch nachhaltig.

Als Greenwashing (deutsch: grün waschen) versteht man den Versuch von Anbietern, die eigenen Produkte durch Verwendung von Bildern, Begriffen, Logos und Labels als nachhaltiger darzustellen als sie es tatsächlich sind.

Ziel des Greenwashing ist es, Anleger zu täuschen, damit diese in Produkte investieren, obwohl diese eigentlich gar nicht ihren eigenen Nachhaltigkeitszielen entsprechen. Hierbei wenden dubiose Anbieter insbesondere folgende Techniken an:

  • Irreführende Werbung: Produkte werden so benannt, dass diese vom Anleger automatisch und oftmals unbewusst als nachhaltig eingestuft werden.
  • Verwendung von Bildern: Auf Verpackungen werden bewusst Bilder mit Bäumen, Tieren, der Natur (wie z.B. ein Wasserfall) und viel grüne Farbtöne verwendet, um den Eindruck einer besonderen Umweltschonung oder Umweltverträglichkeit zu erwecken. In der Tat werden bei wirklich umweltfreundlichen Produkten in der Regel einfache Bilder und schlichte Verpackungen verwendet, um Ressourcen zu schonen.
  • Verwendung von Stichwörtern, Slogans, Logos und Labels: Produkte werden oftmals mit Wörtern wie z.B. “nachhaltig”, “100 % biologisch”, „klimaneutral“, „umweltschonend“, “ökologisch”, “grün”, “natürlich” gekennzeichnet und/oder mit Logos und Labels geschmückt, ohne dass hierzu weitere Informationen oder Belege geliefert werden. Oftmals werden Logos und Labels einfach erfunden, um die Nachhaltigkeit des Produkts zu unterstreichen.
  • Verbreitung von Halbwahrheiten: Manche Anbieter preisen die Einhaltung bestimmter Nachhaltigkeitskriterien übertrieben an, ohne über andere Nichteinhaltung anderer Nachhaltigkeitskriterien aufzuklären. Zum Beispiel könnte ein Bekleidungsunternehmen damit werben, nur “natürliche” oder “recycelte” Materialien zu verwenden, jedoch verschweigen, dass die Kleidung unter menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen hergestellt wird. Unternehmen die tatsächlich nachhaltig agieren, zeichnen sich dadurch aus, dass sie zu allen Aspekten der Nachhaltigkeit (wie z.B. Energieverbrauch, Wasserverbrauch, Treibhausgasemissionen, Arbeitsbedingungen ihrer Angestellten) umfassende Informationen bereitstellen.
  • Irrelevante Behauptungen: In diesem Fall werden Informationen zur Nachhaltigkeit veröffentlicht, die für das Produkt überhaupt nicht relevant sind. Ein Unternehmen könnte z.B. damit schmücken, dass ihr Produkt frei von bestimmten Substanzen oder Chemikalien sei, obwohl diese Substanzen oder Chemikalien in diesem Produkt typischerweise sowieso nie auftauchen oder die Nichtverwendung kein besonderer Verdienst des Unternehmens ist, sondern gesetzlich vorgeschrieben ist.
  • Nichteinhaltung öffentlich bekundeter Ziele: Es kann vorkommen, dass Unternehmen werbewirksam öffentlich verkünden, sich bestimmten Nachhaltigkeitszielen verschrieben zu haben und diese bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erreichen zu wollen. In Wahrheit wäre die Erreichung dieser Ziele zu einem früheren Zeitpunkt möglich gewesen, wird später nochmals nach hinten verschoben oder im Vertrauen darauf, dass sich keiner mehr an diese Versprechungen erinnert, einfach nicht eingehalten.

Bevor man sich für ein Produkt entscheidet, sollte man deswegen vergewissern, dass das Produkt auch tatsächlich nachhaltig ist. Hierbei können Ihnen unsere Ratschläge in der Rubrik Woher weiß man ob ein Produkt wirklich nachhaltig ist? behilflich sein.